Ferienhaus an der Loire

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Genießen Sie im Ferienhaus an der Loire romantische Natur und Schlösser am schönen Flusslauf

Die touristische Region, die wir hier unter der Rubrik „Loire“ zusammenfassen, umfasst die Region Pays de la Loire und den Norden von Poitou-Charentes und entspricht damit etwa den historischen Provinzen Poitou und Anjou. Der Name „Pays-de-la-Loire“ (zu Deutsch: Länder der Loire) lässt vermuten, dass dies das Kerngebiet des Flusses ist, doch dieser historisch bedeutende Wasserweg durchläuft schon vorher zahlreiche Regionen Frankreichs. Holen wir daher ein wenig aus, um zu erfahren, welche Stationen die Loire schon hinter sich hat, bevor sie die letzten Kilometer vor dem Ferienhaus Loire und der Mündung in der Biskaya Bucht im Atlantischen Ozean erreicht.

Die Loire ist mit über 1000 Kilometern der längste Fluss Frankreichs. Seit Beginn der Flussschifffahrt in Frankreich stellt sie eine der wichtigsten logistischen Verbindungen zwischen dem Norden und Süden des Landes dar. Die Loire entspringt dem Zentralmassiv, genauer dem Mont Gerbier-de-Jonc in der Region Ardèche. Auch die Quelle des gleichnamigen Flusses Ardèche liegt übrigens in unmittelbarer Nähe. Von hier aus bahnt sich der Fluss seinen Weg nordwärts durch das Herz Frankreichs und durchfließt liebliche Landschaften, wie die Rhône-Alpes und das Burgund, sowie geschichtsträchtige Städte, wie das Bistum Nevers. Doch erst in der Region Centre erhält die Loire ihren fürstlichen Charakter, in der die meisten Residenzstädte ihres Laufes liegen. Etwa bei Orléans ist die Beuge des Laufs gen Westen vollzogen und der Fluss passiert Blois, Chenonceau, Chambord oder Amboise – Ortsnamen, die Schlosskennern ein Begriff sein dürften: Einige der prunkvollsten Anwesen Frankreichs liegen an den Hängen und Ufern der Loire.
 
Wie kommt es, dass in diesem Teil Frankreichs derart viele Burgen und Schlösser zu finden sind? Um dieser Frage auf den Grund zu gehen, müssen wir einen Ausflug in die Vergangenheit des Landstrichs unternehmen, der vor allem vom Mittelalter geprägt ist. Die vielen Schlösser rund um die Ferienwohnung an der Loire gehen nämlich zumeist auf Burgen zurück, die im Rahmen zweier Territorialkonflikte angelegt wurden. Der erste dieser Konflikte war der Gegensatz zwischen dem aufstrebenden Französischen Königreich und dem Adelshaus Plantagenet, das sich bis zu seinem Höhepunkt im 11. Jahrhundert von der Grafschaft Anjou über fast ganz Westfrankreich von der Normandie bis in die Pyrenäen ausbreitete und zeitweise auch das Englische Königshaus stellte. Man spricht in diesem Zusammenhang von dem Angevinischen Reich. Der zweite Konflikt war der Hundertjährige Krieg, in dem sich etwa zwei Jahrhunderte später England und Frankreich wieder gegenüberstanden, wenn auch in einem völlig anderen Machtgefüge. In beiden Fällen war die Loire streckenweise ein Grenzfluss an dem entsprechende Festungen entstanden.
 
Während des Hundertjährigen Kriegs fiel die eigentliche Residenzstadt Paris 1422 in die Hände der Engländer und Burgund, wodurch sich der französische König Karl VII. an die Loire zurückziehen musste. Nur wenige Jahre später brachte Johanna von Orléans die Wende im Krieg und allmählich wurde der Norden Frankreichs zurückerobert. Somit war Paris zwar wieder im Besitz der Krone, doch Karl VII. zog es vor, weiterhin an der Loire zu residieren und begründete somit die Epoche der Loire-Könige. Wenn Sie Ihr Ferienhaus Loire beziehen, werden Sie ihn mit Sicherheit verstehen können. Während Paris weiterhin das wirtschaftliche Herz der entstehenden Nation blieb, wurde die Loire für das nächste Jahrhundert das kulturelle und politische Zentrum des Königreichs. Über die folgenden Generationen wurden die überflüssig gewordenen Wehranlagen zu prunkvollen Schlössern ausgebaut, die den Glanz und Reichtum des frühneuzeitlichen Frankreichs demonstrieren sollten.

Ein Großteil der berühmtesten Loire-Anwesen befindet sich zwar nicht hier, sondern in der Region Centre, doch dennoch finden Sie auch beim Urlaub in einer Ferienwohnung Loire in direkter Umgebung eine große Ansammlung an Schlössern, die auch hier die Hauptattraktion der Region bilden. Aus diesem Grund widmen wir uns in diesem Text zunächst den interessantesten Schlössern der Region, anschließend den hiesigen Großstädten an der Loire und schließlich werden einige weitere lohnenswerte Ausflugsziele abseits des Flusses vorgestellt. Egal, ob Sie mit Ihrer Familie oder ganz romantisch zu zweit mit dem Partner unterwegs sind; wer eine Vorliebe für die Kultur Frankreichs hat, wird die Loire lieben.

Die Schlösser

Wie bereits erwähnt, geht der Großteil der Loire-Schlösser auf alte Burganlagen zurück, doch nicht allen kann man diese Vergangenheit ansehen. Während zahlreiche Schlösser nur noch einen repräsentativen und pompösen Charakter besitzen, erkennt man bei anderen Bauten anhand architektonischer Elemente, wie übrig gebliebener Befestigungsmauern oder Wehrgängen, noch gut den einstigen Verteidigungszweck. Dies ist zum Beispiel beim Schloss Montreuil-Bellay in der gleichnamigen Kleinstadt der Fall. Während die einstigen Wohnräume der Burg im Stil der Frührenaissance ummodelliert wurden und zeitgleich ein neues Schloss mit einem dominanten Treppenturm entstand, zeugt die massive Umfassungsmauer mit ihren 13 Wehrtürmen von mittelalterlichem Charme. Ihr ist es zu verdanken, dass das Schloss die Religionskriege kaum beschädigt überstand. Nebenbei: In der Französischen Revolution diente die Anlage als Gefängnis für royalistische Damen.

Der Grundstein des Schlosses Brissac wurde im 11. Jahrhundert gelegt, als hier eine angevinische Festung entstand. Keine 400 Jahre später wurde auf Basis dessen das spätmittelalterliche Schloss angelegt, das noch in Ansätzen erkennbar ist. In der Barock-Zeit sollte dies von Charles II. Cossé-Brissac, dem neuen Besitzer und Statthalter von Paris, gänzlich abgerissen und nach damaligem Stil neu errichtet und erweitert werden. Da der Bauherr während der Umsetzung allerdings starb, verblieb das Schloss bis heute in einer bemerkenswerten Mischung aus mittelalterlichen und barocken Elementen. Stumpfe Wehrtürme treffen auf verzierte Fassaden – ein außergewöhnlicher und spannender Anblick, für den Sie im Urlaub Ihre Loire Ferienwohnung verlassen sollten. Zu dem Anwesen gehört ferner ein riesiger Park, der von natürlichen Wasserwegen durchzogen ist.

Die meisten Wasserschlösser an der Loire liegen in der Region Centre, doch das Schloss Montsoreau bildet eine der Ausnahmen. Ursprünglich erfüllte es einen rein strategischen Zweck bei der Sicherung der Route zwischen Chinon und Saumur. Von der Wasserseite aus macht das Schloss einen sehr mittelalterlichen Eindruck, doch vom Hof aus gesehen zieren kunstvolle Dekorationen der Renaissance die Fassade. Obwohl das Schloss in Folge der Französischen Revolution völlig verfiel, blieb die Ruine dank Alexandre Dumas‘ Roman „Die Dame von Montsoreau“ ein populäres Ausflugsziel. Schließlich erwarb das Département das Schloss und restaurierte es, sodass es zu Beginn des neuen Jahrtausends der Öffentlichkeit die Türen öffnen konnte.

Wer ein Schloss von reiner Renaissance-Architektur erkunden möchte, der kommt außerhalb des Dorfes Saint-Georges-sur-Loire auf seine Kosten. Dort liegt nämlich das Château Serrant, dessen Pläne aus der Feder Philibert Delormes stammen, dem auch die Gestaltung des berühmten Schlossflügels in Chenonceau zuzuschreiben ist, der den Fluss Cher überspannt. Zwar handelt es sich hier um kein Wasserschloss, doch das tut der fürstlichen Erscheinung dieses Baus keinen Abbruch. Der architektonische Fortschritt der Renaissance kommt beispielsweise durch die dekorative Nutzung unterschiedlicher Gesteinssorten an der Fassade (vorwiegend hellem Tuffstein und braunem Schiefer) zum Ausdruck. Auch die kuppelbedeckten Ecktürme und die großzügige Fenstergestaltung zeugen von dem Zeitalter in dem der Verteidigungscharakter von Adelssitzen der Ästhetik wich. Im Gegensatz zum Großteil der repräsentativen Adelsbauten zwischen Nordfrankreich und der Provence erlitt dieses Schloss während der Revolution weder Plünderung noch Beschädigung. Dies wird damit begründet, dass das Anwesen noch vor der Revolution in bürgerliche Hände fiel, nämlich als die letzte Erbin des hier ansässigen Herrenhauses das Château Serrant an einen Reeder aus Nantes verkaufte, dessen Nachkommen bis heute in Besitz des Schlosses sind.

In Mazé findet sich schließlich ein weiteres Beispiel einer verschonten Adelsresidenz, obgleich das Landschloss Montgeoffroy seit Erbauung stets im royalen Besitz blieb. Dies ist den guten Beziehungen der Familie de Contrades zur Bevölkerung zu verdanken. Wer einen authentischen Eindruck der Lebensverhältnisse eines Adelsgeschlechts im 18. Jahrhundert bekommen möchte, sollte unbedingt von der Ferienwohnung an der Loire aufbrechen und dieses Schloss besuchen. Bis zum heutigen Tage lebt die gleiche Familie in dem frühklassizistischen Anwesen. Manche Teile des Schlosses sind daher nicht zu besichtigen. Die öffentlichen Räumlichkeiten zeugen vom Prunk des ausgehenden 18. Jahrhunderts. Viele der Möbel und anderweitige Antiquitäten sind bereits im Inventar gelistet, das zur Fertigstellung in den 1770er Jahren angelegt wurde.

Städte an der Loire, die Sie sehen sollten

 

Saumur

Saumur ist zweifelsohne eine der interessantesten Städte entlang des gesamten Flusses. Das liegt nicht nur an dem Märchenschloss, sondern ebenso am Cadre Noir, der elitärsten Reitschule Frankreichs. Man könnte in diesem Zusammenhang vom französischen Pendant zu der Spanischen Hofreitschule in Wien sprechen. Zwar wurde hier die Elite der französischen Kavallerie und nicht ausschließlich der Adel ausgebildet, doch heutzutage ähneln sich die zwei Institutionen insofern, als dass der Erhalt der klassischen, nationalen Reitkunst ihr Hauptziel darstellt. Im Gegensatz zur Spanischen Hofreitschule, wo ausschließlich Dressur gelehrt und präsentiert wird, gehören beim Cadre Noir auch Gelände- und Springreiten zur offiziellen Ausbildung. Vom Lehrerfolg kann sich jeder in den regelmäßigen Darbietungen selbst überzeugen – Ein Muss für jeden Urlauber im Ferienhaus an der Loire, der sich als Reitsportenthusiast oder zumindest Pferdefreund sieht.

Der Ursprung der zweiten großen Attraktion von Saumur, das Schloss, reicht bis in das 14. Jahrhundert zurück, kurz nachdem die frühere Provinz Anjou wieder Teil des Königreichs Frankreich wurde. Der König Jean II. erklärte Anjou zum Herzogtum und übergab es seinem Sohn Ludwig I., der das Schloss Saumur als Residenz errichten ließ. Bereits anderthalb Jahrhunderte zuvor entstand hier eine Festung, die dem prunkvollen Gotikschloss als Fundament dienen sollte. Eine Miniatur erinnert heute an das damalige Gesicht der Residenz, das mit seinen ornamentverzierten Dächern, unzähligen Schornsteinen und kunstvollen Giebeln an Üppigkeit selbst viele Paläste überboten hätte, wäre es so erhalten geblieben.

In den folgenden Jahrhunderten ging die Grafschaft Anjou unter und das Schloss wurde von Statthaltern und später Stadtgouverneuren bezogen, die die Fassade des Schlosses nach deren Geschmack verzierten und wieder die Verteidigungsanlage ausbauten. Im 17. Jahrhundert endete schließlich die repräsentative Nutzung des Schlosses. Es wurde über die Zeit als Lager, Gefängnis und Kaserne genutzt, bevor es schließlich zum heutigen Sitz zweier Museen umfunktioniert wurde.

 

 

Das Musée du Cheval, das sich mit der Reitkunst auseinandersetzt, und das Musée des Arts décoratifs, in dem Möbel, Wandteppiche und weitere dekorative Ausstellungsstücke zu finden sind, befinden sich in dem Gebäude.

Auch die Altstadt von Saumur ist verzaubernd. Am Fuße des Schlosses erwarten Sie gemütliche Plätze, an denen Sie bei einer Tasse Café au lait den Blick über das abwechslungsreiche Ensemble der Gebäuden schweifen lassen können, die von Fachwerkbauten aus dem 15. Jahrhundert bis zu Stadthäusern des vorletzten Jahrhunderts reichen.

Angers

Angers liegt zwar nicht direkt an der Loire, sondern an der Maine, doch die südlichen Ausläufer der Stadt reichen bis an den größeren Fluss heran. So könnten Sie in Angers ein Hausboot mieten und von dort aus die Loire auf dem Wasserweg erkunden und Eindrücke der vielen schönen Bauten aus der vielleicht besten Perspektive erhalten. Doch bleiben wir zunächst bei Angers: Wie touristisch bemerkenswert diese Stadt ist, lässt sich allein an der Städtepartnerschaft mit Pisa in der Toskana erkennen. Angers ist bereits im Römischen Reich ein Bistum gewesen und wurde im Mittelalter zudem die Hauptstadt der Grafschaft Anjou und somit einer der Herrschaftsmittelpunkte des Angevinischen Reichs. In der UNESCO-geschützten Altstadt finden Sie eine große Anzahl an Gebäuden, die in dieser Epoche zwischen Romanik und Gotik gestiftet, beziehungsweise errichtet wurden, wie beispielsweise das Kloster Saint-Aubin oder die Kathedrale Saint-Maurice d‘Angers.

Das größte Beispiel angevinischer Hinterlassenschaft ist das Schloss Angers, die einstige Hauptresidenz der Grafen. Die eigentlichen Reste aus dieser Zeit sind allerdings nur noch rudimentär erhalten, da der Komplex über die Jahrhunderte immer wieder strategisch ergänzt oder der Mode entsprechend angepasst wurde. Das Château wurde auf dem Fundament einer Festung errichtet, die bereits zu Römerzeiten dort existierte. Etwa zwei Jahrhunderte regierten hier allein die Grafen von Anjou bevor deren Ländereien endgültig von der französischen Krone annektiert wurden. Die massiven, unversehrten Mauern um das Schlossareal herum erinnern an die Zeit in der die Bretonen drohten, kämpferisch gegen den französischen König vorzugehen, wozu es jedoch nie kam.

In der Folgezeit erhob der König die Grafschaft zum Herzogtum Anjou und übertrug es seinem zweitgeborenen Sohn als Lehen. Das ummauerte Schlossgebiet wurde im Zuge dessen mit neuen, fürstlichen Wohngebäuden bestückt. Als Besucher entdecken Sie neben den historischen Gebäuden auch einen modernen Bau in der Anlage, in dem Sie den zweitberühmtesten Wandteppich Frankreichs bestaunen können, der nur noch von dem Teppich von Bayeux in der Normandie an Bekanntheit übertroffen wird. Hierbei handelt es sich um einen Zyklus, der sich mit der Apokalypse aus dem Johannesevangelium auseinandersetzt. Es sind schätzungsweise nur zwei Drittel der Elemente erhalten, da der einst einteilige Teppich im Zuge der Französischen Revolution in Einzelteile zerschnitten wurde, die als Decken oder Planen zweckentfremdet wurden. Der heutige Teppich ist das Ergebnis mühsamer Sammlung und Rekonstruktion der erhaltenen Elemente.

Wenn Sie beim Urlaub im Ferienhaus an der Loire auch etwas über zeitgenössische Textilkunst erfahren möchten, sollten Sie auch das Musée Jean Lurçat besuchen, das im mehrschiffigen, gewölbten Hospital Saint-Jean aus dem 12. Jahrhundert untergebracht ist. Allein der angevinische Bau, der in die Zeit des Grafen und englischen Königs Heinrich II. fällt, ist die Erkundung wert, doch auch die Exponate begeistern Kunstfreunde aus aller Welt. Das Hauptwerk in dem Museum ist der Wandteppich „Chant du monde“, der sich in Anlehnung an den erwähnten mittelalterlichen Teppich im Schloss mit den Ängsten einer modernen, nuklearen Apokalypse befasst.

Nantes

Nantes ist mit Abstand die größte Stadt der Pays de la Loire. Über das Mittelalter hinweg und weit bis in die Neuzeit hinein war Nantes die Hauptstadt der Bretagne. Erst im Zweiten Weltkrieg, als die unbesetzten Teile Frankreichs von Vichy in der Auvergne aus regiert wurden, wurden die Regionen des Landes neu geordnet und Nantes fiel an das Département Loire-Atlantique und somit an die Pays de la Loire. Die Stadt liegt am Beginn des Mündungstrichters der Loire, die schließlich bei Saint-Nazaire im Atlantik ihr Ende findet.

Wie bei französischen Großstädten üblich, geht auch in Nantes die Stadtgründung auf die Römer zurück, die den Ort ursprünglich Portus Namnetus tauften. Zwar war die gallo-römische Mischkultur im Norden Frankreichs nicht ansatzweise so ausgeprägt, wie in der Gallia Narbonensis, die etwa dem heutigen Languedoc-Roussillon entspricht, doch Nantes stellt neben Poitiers und Le Mans eine der Ausnahmen in näherer Umgebung der Ferienwohnung Loire dar. Ab der Völkerwanderung war dieses Gebiet über Jahrhunderte schwer umkämpft. Konflikte zwischen Bretonen, dem Haus Anjou und den Franzosen hinderten die Stadt in ihrem Wachstum. Erst als das Anjou und die Bretagne im ausgehenden Mittelalter mit der Krone vereint wurden, begann die Stadt zu florieren. Dank der erwirtschafteten Reichtümer der Hafen- und Handelsstadt entstanden im Laufe des 15. Jahrhunderts die Universität und die monumentale Kathedrale in Nantes. Die Burg von Nantes wurde zu dieser Zeit außerdem zu einem luxuriösen Schloss umgebaut, dem Schloss der Herzöge der Bretagne. Noch majestätischer wurde das Schloss gestaltet, als es im 16. Jahrhundert in den Besitz der Könige überging und deren bretonische Residenz wurde und somit gewissermaßen das royale Ferienhaus an der Loire. Entsprechend war dies der genaue Ort, wo König Heinrich IV.  1598 das Edikt von Nantes erließ. Das Dokument von großer historischer Bedeutung gestattete den zuvor verfolgten Hugenotten und Calvinisten in Frankreich die Ausübung ihrer Religion. Etwa 80 Jahre später ließ der erzkatholische Sonnenkönig Ludwig XIV. das Zugeständnis jedoch wieder annullieren.

Als lebendige und betriebsame Hafenstadt blieb Nantes auch in der Moderne ständig im Wandel. Sie können hier viele Gebäude aus dem 19. Jahrhundert sehen, wie die alte Lagerhalle im Hafenareal, die heute für künstlerische Ausstellungen genutzt wird. Auf der dortigen Flussinsel findet seit 2007 auch das Projekt „Les Machines de l’Île“ statt, bei dem große mechanische Plastiken in tierähnlichen Formen ausgestellt werden, die von den Ideen des wohl bekanntesten Sohn der Stadt inspiriert sind: dem wegbereitenden Science-Fiction-Autor Jules Verne. Die obskuren, aber verblüffenden Objekte entstanden in Zusammenarbeit zwischen Künstlern, Handwerkern und Konstrukteuren.

Sie finden in der Stadt außerdem wundervolle Beispiele des Französischen Jugendstils, wie den Turm einer ehemaligen Keksfabrik, der Tour LU genannt wird, oder die Brasserie La Cigale am Theaterplatz, deren Interieur als eines der schönsten Frankreichs gehandelt wird. Außerhalb der Stadt können Sie ein Wohnhaus von Le Corbusier, einer Koryphäe der modernen Architektur, sehen. Das jüngste abgeschlossene Prestigeprojekt ist der Justizpalast, der von dem zeitgenössischen Stararchitekten Jean Nouvel geschaffen wurde. Jean Nouvel prägte schon maßgebend die Skyline von Barcelona mit dem Torre Agbar und ist auch für die Gestaltung des Kopenhagener Konzerthauses verantwortlich.

Spannende Orte abseits der Loire

Neben den vielen interessanten Orten, die Sie kennenlernen, wenn Sie aus Ihrer Ferienwohnung Loire und die Nebenflüsse erkunden, lassen sich auch im Hinterland Orte entdecken, die einen großen touristischen Wert haben. Zum Beispiel lässt sich ein Spaziergang durch die traditionsreiche Stadt Poitiers als Schnelldurchlauf der mittelfranzösischen Geschichte betrachten. Schon bevor die Römer sich in Poitiers niederließen, siedelten dort die Kelten, die einige beeindruckende Dolmen hinterließen. Dolmen sind Grabkonstruktionen aus meist unbehauenen großen Steinen, die auch in anderen keltischen Gebieten, wie Irland oder der Bretagne, im Laufe der Jungsteinzeit errichtet wurden. Welche Ausmaße die Stadt später unter den Römern hatte, kann man an den Überresten der Arena erkennen, die zu den größten des gesamten Reichs gehörte. Ein ehemaliges römisches Wohnhaus aus dem 5. Jahrhundert in der Altstadt wurde dem Heiligen St. Jean geweiht und zur Zeit der Völkerwanderung zu einer Taufkapelle umfunktioniert. Dieser frühchristliche Sakralbau ist somit einer der ältesten in ganz Frankreich.

Mitte des 8. Jahrhunderts konnte Karl Martell, Großvater Karls des Großen, bei Poitiers die weitere Ausdehnung des Maurenreiches unterbinden, das drohte die spanischen Pyrenäen langfristig zu überschreiten. Der Konflikt zwischen Frankreich und Anjou hinterließ die mittelalterliche Stadtmauer und zwei Befestigungstürme im Boire-Tal. Weitere Bauwerke des Mittelalters sind zum Beispiel die Feste des Palasts von Poitiers, der einst als Residenz der Grafen von Poitiers bzw. den Herzögen von Aquitanien diente, und die imposante Kathedrale Saint-Pierre. Auch das Kloster Saint-Hilaire-de-Poitiers ist einen Besuch wert. Sie zählt zu den traditionellsten Stationen des Jakobswegs in Frankreich.

Während Sie in der Innenstadt von Poitiers noch einige schöne neuzeitliche Fachwerkhäuser betrachten können, lernen Sie die hochmoderne Seite der Stadt einige Kilometer außerhalb kennen: den Themenpark Futuroscope. Dieser Park, der sich in erster Linie mit modernen Medien und der Zukunft auseinandersetzt, fasziniert die ganze Familie. Neben den Fahrgeschäften, interaktiven Ausstellungen und  Spielen mit virtueller Realität zeichnet sich der Park vor allem durch seine Kinos aus, die in beeindruckenden postmodernen Gebäuden untergebracht sind. Insgesamt drei IMAX-Kinos finden sich im Park und noch einige weitere 3D- und sogar 4D-Vorstellungsräume. Letztere sind 3D-Kinos, die zusätzliche Sinne ansprechen, wie zum Beispiel den Geruchssinn durch versprühte Duftstoffe oder den Tastsinn durch erhöhte Luftfeuchtigkeit oder spritzendes Wasser. Manche Techniken, die sich in diesen Kinos wiederfinden, sind weltweit einzigartig. Wer ins Ferienhaus an der Loire kommt, um Schlösser und weitere Überreste vergangener Epochen zu besichtigen, kann in diesem Park etwas Abwechslung in das Programm bringen. Darüber freuen sich vor allem die Kinder, doch das Futuroscope begeistert allgemein jeden, der sich für Technik, Medien, moderne Architektur und Zukunftsforschung interessiert.
 
Auch die nordfranzösische Großstadt Le Mans ist ein lohnendes Ausflugsziel. Weltruhm wurde der Stadt hauptsächlich ab 1923 zuteil, und zwar als Austragungsstätte des legendären 24-Stunden-Rennens, das jedes Jahr im Juni stattfindet. Weder der Hockenheimring in der Eifel, noch Silverstone oder Monza können mit dem Kult um die Rennstrecke von Le Mans mithalten. Hierbei präsentieren namhafte Hersteller der Autoindustrie die Belastbarkeit und den Fortschritt ihrer Sportmodelle. Sie müssen allerdings nicht Motorsportfan sein, um sich für Le Mans zu begeistern.

Die Stadt blieb weitestgehend von der Verwüstung der Weltkriege verschont und kann daher mit einer wundervollen, intakten Altstadt voller Häuser der vergangenen Jahrhunderte glänzen. Das historische Zentrum ist zum Teil sogar noch von einer Stadtmauer umgeben, die auf die Siedler aus Rom im 3. Jahrhundert zurückzuführen ist. Kaiser Diokletian ließ Sie präventiv errichten, um den Stürmen der Völkerwanderung vorzubeugen. Imposant ist außerdem die Kathedrale Saint-Julien du Mans, die Mitte des 12. Jahrhunderts fertiggestellt wurde. Der Sitz des Bistums Le Mans ist vor allem von außen ein besonderer Anblick, der von dem üppigen, arkadenumsäumten Chor dominiert wird.
 
Sie merken es bereits: Ein Urlaub an der Loire ist in erster Linie für Kulturfreunde ein Hochgenuss. Wenn Sie das Mittelalter und die Geschichte der Architektur begeistert, ist ein Aufenthalt in einer Ferienwohnung an der Loire wie für Sie gemacht. Sie können Ihre Zeit jedoch auch abwechslungsreich gestalten und an das Meer, in Themenparks oder zu der Rennstrecke von Le Mans fahren. So werden sich nicht nur Hobbyhistoriker königlich amüsieren, sondern auch ihr ungeduldiger Nachwuchs oder weniger geschichtsbegeisterte Mitreisende. Wie immer Sie auch Ihren Urlaub gestalten möchten, bei Belvilla finden Sie dafür die passende Unterkunft.

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